Das erste Mal Balk

Das Wetter war leider wenig hoffnungsvoll angesagt: Viel Regen und viel Wind. Also entschlossen wir uns zu einer kurzen Tour. Da wir noch nie in Balk waren, das nicht weit entfernt liegt, war die Wahl schnell getroffen. Also am Samstag ausgeschlafen und bei praktisch keinem Wind ab in die Felder. Der kürzeste Weg nach Sloten führt in einem kleinem Kanal geschlängelt zwischen Feldern hindurch. Ein paar Jollen versuchten ihr Glück, fanden aber genauso wenig Wind wie wir. Die Sonne blinzelte hin und wieder durch die Wolkendecke. Und wir motorten langsam durch eine friedvoll malerische Natur. Sloten wäre schon einen Tagesausflug wert, aber für uns ging es heute weiter. Die Brücke in Sloten öffnete schnell, der Holzschuh flog uns an der Angel des Brückenwärters entgegen und nahm die 2 € Passagegebühr in sich auf. Kurz dahinter liegt das Slotermeer. Bis dahin alles normal. Aber hier heißt es dann an Backbord den Tonnen folgen. Wir können die Hafenanlage am Rand des Slotermeeres hinter uns lassen, wir können den Tiefgang ausreichend reduzieren. An der Seite werden fleißig Boote ins Winterlager ausgekrant. Langsam gleiten wir den Kanal ins Innere. Die Tiefe verliert sich bis ca 1,5 m. Das Schwert habe ich vorsorglich nicht voll abgelassen. Das Ruder geht nur ca 1,25 m tief. Dann das Ortseingangsschild von Balk. Wir sind mutig und fahren weiter. An neuen Baugebieten von Häusern mit Liegeplatz vorbei. In Holland wird immer etwas getan. Dann wird der Kanal immer schmaler. Hinten sehen wir eine feste Brücke. Im Schneckentempo kriechen wir vorwärts bis zum Ende des Anlegerstegs. Hier ist weit und breit kein anderes Boot. Ob die Breite des Kanals zum Wenden reicht? Sie tut es mit ca 20 cm Spiel! Zum Glück ist kein Wind. Das also ist Balk! Ein typisch malerisches Dorf mit vielen historischen Häusern am Kanal. Wie immer in Holland extrem pittoresk. Und doch voller Leben. Eine Vielfalt von Geschäften jnd Restaurants lädt zum Bummeln und Verweilen ein. Trotz zwischenzeitlich eingetroffenen Dauerregens, der sich erst Abends verziehen wird. 

Da am nächsten Tag kein Regen, aber viel Wind angesagt ist fahren wir eine größere Runde zurück: Über Woudsend und an Heeg vorbei genießen wir Segeln zwischen Ruhe und Geschwindigkeit. Und bei den 3-4 Bft zeigt auch der Windgenerator zum ersten Mal, dass er mehr Laden kann als nur den Verbrauch der Instrumente auszugleichen.

So lag der Wetterbericht wieder einmal deutlich daneben, zu unserem Vorteil. 

Woudsend
Woudsend

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