Dieses Mal: Urk

Als Segler richtet man sich nach dem Wind. Samstag war dieser aus West, Sonntag aus Ost, drehend nach Süd vorhergesagt mit 3-5 und 2-4 Bft. Also raus aus der Lemmerbucht kreuzen und ab nach Urk. Alle anderen Ziele hätte zurück gegenan motoren bedeutet. Und in Urk gibt es zusammen mit der alten Räucherei in Enkhuizen die besten Kibbelinge im weiten Umfeld. Aber in der Saison ist in Urk kaum ein normaler Liegeplatz zu bekommen. Also ab in die alte Fischereistadt Urk, die bis zur Eindeichung des Ijsselmeeres eine Insel war.

Der Wind kam wie angekündigt mit 3 Bft aus West, daher war kreuzen angesagt. Wer normale Schwertboote kennt, der weiß, dass Kreuzen nicht deren Domäne ist - bei ca 80 kg Schwertgewicht. Southerlys haben 700kg und mehr im Schwert, da ist das anders. So erreicht man bescheidene Wendewinkel und wo andere mit zwei Schlägen durch sind legt man 8 und mehr Schläge hin. Den Segelspaß beeinträchtigt das nicht -der Weg ist das Ziel. Nach fast vier Stunden Kreuzen für knapp 7 sm gerader Strecke schlief aber der Wind ein und wir motorten die restlichen 1,5 Stunden.

Urk war noch wie leergefegt, so dass wir einen perfekten Liegeplatz an der Dorfmitte bekamen. Nach dem Essen traute sich auch die Sonne für ein gutes Stündchen heraus und erzeugte mit dem Dunst, der den ganzen Tag die Sicht auf 0,5 - 1 sm beschränkte, für eine eindrucksvolle Kulisse. Auf einmal war Farbe im Spiel... Auf dem Pfosten an unserem Bug und einem hinter unserem Heck warteten Graureiher und stießen ein um das andere Mal ins Wasser, um sich einen Fisch zu holen. Und ein Nachbau einer alten Kogge aus Kampen tauchte aus dem Nebel und legte leise in der Hafenmitte an. Pittoresk, wie es schöner kaum geht. Genüßlich klang der Tag aus mit einem heißen Kaffee und einem Lächeln in der Seele.

Nachts suchte uns Regen heim, der aber pünktlich gegen 9 Uhr endete. Die Sicht war nicht besser als am Vortag, als wir gegen 9.20 Uhr ablegten. Nur: Wo war der angekündigte Wind? Also durfte der Autopilot übernehmen und wir genossen eine bizarre Fahrt an den drei Reihen Windrädern entlang, die ihre Rotoren nur zeigten, wenn sie das untere Drittel durchliefen - den Rest verschluckte der Dunst.

Pünktlich zur Rückkehr an den Liegeplatz bricht die Sonne hervor -T-Shirt-Wetter! So beschließen wir auch dieses Wochenende mit Freude und Entspannung. 

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