Flevoland und die Randmeere -eine Brückentagstour

Elburgs Einfallstor vom Hafen
Elburgs Einfallstor vom Hafen

Brückentage sind willkommene Gelegenheiten zum Entdecken weiter entfernter Ziele, die für ein Wochenende unerreichbar sind. Die Wettervorhersage war für Donnerstag mäßig, ist für Sonntag schlecht, weil Sintflut, aber das schreckt uns nicht ab. Für Texel zuviel Wind, also Alternativen auf der Karte gesucht. Wir waren noch nie auf den Randmeeren. Das ist ein Bereich im Süden des Ijsselmeeres, der abgepoldert wurde zur Landgewinnung, aber einen schmalen Streifen Wasser zum Festland behalten hat. Dort gibt es eine sehr schmale Fahrrinne und viele Bereiche daneben sin deutlich unter 0,5m tief. Also nicht wirklich zum aktiven Segeln, aber mit durchaus dem einen oder anderen attraktiven Städtchen. Und die Windvorhersage hätte auch hier von der Richtung her Segeln ermöglichen sollen.

Also bei leichtem Niesel aus Lemmer raus, zur Schleuse und direkt dahinter Segel gesetzt. Meisten mit Motorunterstützung ab nach Süden. Die Windvorhersage war katastrophal falsch, die Richtung stimmte einigermaßen, aber von Sterkwind keine Spur... An Urk vorbei zur Ketelbrug, die das Einfallstor für die Randmeere bildet. Bei 12,6 m Durchfahrtshöhe der Brücke und ca 11,5 m Masthöhe mit Antenne über Wasser sollte das bei nicht zuviel Welle kein Problem sein. 

Sind Sie schon einmal mit einem Segelboot unter einer knappen Brücke durchgefahren? Das stellt jeden Horrorfilm lässig in den Schatten: Die Perspektive aus dem Cockpit nach oben verzerrt dermaßen, dass man denkt, das passt nie. Herzschlag war auf 200,und nur das Wissen, dass es passen muss, hinderte mich daran unmittelbar davor Vollgas rückwärts zu geben. Ein schwieriger Zwang, wenn man im Geiste schon den Mast and der Brücke zerschellen sieht... Aber die Antenne machte nicht eine kleine Bewegung, also musste darüber noch Luft sein...

Danach entschied sich die Sonne uns temporär zu begleiten, bevor sie später im Hafen Elburg in ein fantastisches Licht tauchte. Aber bis dahin ging es an mehreren Kolonien Schwänen vorbei, Schilf teils bis direkt an das Fahrwasser und die Roogebuitslis wurde vom Hören in die Realität gebracht. Ansonsten begleitet eine Straße das Fahrwasser und die Landschaft ist eher wenig abwechslungsreich. Verglichen mit Friesland nur wenige Anlegemöglichkeiten, aber als Erfahrung o.k. Taveszjel war nach 36 sm die alte Hansestadt Elburg, bis zur Eindeichung des Ijsselmeeres also an der Zuidersee gelegen und damals wichtige Handelsstadt. Großteils historisch erhalten und typisch holländisch sehr gepflegt eine Freude fürs Auge. Bekannt für seine hervorragende Fischgastronomie mit einem fast neu aussehenden Hafen direkt am historischen Kern. Eine Empfehlung auch für alle, die mit dem Auto in der Nähe sind -hier lohnt ein Ausflug.

Heute geht es weiter bis ans Ende der Randmeere -Muiden ist das Ziel. Leider reicht die Zeit nicht fürs ausgiebige Besichtigen aller sehenswerten Attraktionen wie einem bekannten Delphinarium (wegen der angeblich vorbildlichen Tierhaltung) oder der hollandweit bekannten alten Festungsstadt Naarden. Aber das kann man dann später nachholen. 

Stadttor Elburg
Stadttor Elburg

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