Treiben im Markermeer

Wir haben gestern alles versucht, einschließlich Parasail. Aber auch das hilft bei 1 Bft nicht wirklich. Es reichte nicht einmal für 2 kn - wenn man über 50 sm vor sich hat, zu wenig. Da die Wettervorhersage für Sonntag ab dem späten Vormittag auf Sintflut stand, wollten wir über Enkhuizen nach Lemmer zurück. Die vorhergesagten 3-4 Bft blieben aus und uns nur die Unterwassergenua. Bis zum späten Nachmittag war es diesig, erst am frühen Nachmittag konnte sich die Sonne einen Weg durch den Dunst bahnen. Dank Pinnenpilot war es dennoch entspannend. Die Phasen ganz ohne Wind nutzten Mückenschwärme für Überfälle, da hält es sich auf dem Vorschiff am Besten auf. In Enkhuizen wurde kurz getankt und ein Eis gegessen, dann ging es auf die Endetappe. 19.50 Uhr waren wir an der Princessmargrietsluis. Vor uns fuhr gerade eine Schar Segelboote ind die Schleuse - ich würde noch ein paar Minuten brauchen. Also Griff zum Funkgerät. Dann kurzer Schock. Das sei für heute die letzte Schleusung und wir kämen nur dazu, wenn wir uns beeilten. Der Motor gab alles und lief über 6 kn. Dann ein Schreck: Der Schleusenwärter schloss das mittlere Schleusentor hinter den anderen Booten. Und wir waren gerade erst am ca 200m davor liegenden Wartesteiger angekommen. Da schaltete die Warteampel von Rot auf Grün. Also weiter. Und tatsächlich: Der Schleusenwärter schleuste uns alleine im hinteren Schleusenbecken. Dankbar winkten wir und bei der Ausfahrt wünschte uns der Schleusenwärter über Lautsprecher eine gute Reise. So sind sie halt, die Holländer: Praktisch immer freundlich.

9.30 Uhr in Muiden los, einmal fast senkrecht durchs Markermeer, waagerecht durchs Ijsselmeer, zwei Schleusen und doch schon um 20.20 Uhr zurück. Unsere längste Tour am Stück bisher. Da sieht man, was geht. Texel liegt näher...

Schleuse Enkhuizen
Schleuse Enkhuizen
Selbst die leichten Wimpel hängen schlapp, aber das Parasail steht!
Selbst die leichten Wimpel hängen schlapp, aber das Parasail steht!

Kommentar schreiben

Kommentare: 0