Stakwindsegeln und Schleppverbandmotoren

Abends in Hindeloopen
Abends in Hindeloopen

Für Montag waren 4-6 Bft aus Ost angesagt. Und es war die einzige Wettervorhersage, die stimmte. Von Enkhuizen aus war Lemmer damit segelnd nicht erreichbar -bei unserem Schwertboot ist der Wendewinkel einfach zu groß. Also stürmten wir im 2. Reff im Groß und vollem Vorsegel hart an der Windkante Richtung Stavoren. Trotzdem wurden knapp 5 kn Fahrt gemacht. Ein tles Gefühl nach dem Motoren der Vortage... Ein Ansteuerversuch nach Lemmer am Vrouwezand scheiterte kläglich am Wendewinkel -wir wären in Urk gelandet. Also Plan B: Durch die Schleuse Stavoren binnen zurück. Mit weniver Gegenwelle und der Aussicht, ab dem Princessmargrietkanal segeln zu können.

Dann sahen wir einen verpassten Anruf auf dem Handy. Ein guter Stegnachbar, mit dem wir gerne Zeit verbringen. Also hinter der Schleuse der Rückruf: Er hängt mit Kind und Motorschaden in Terherne! Genau die entgegengesetzte Richtung. Gut 4-5 Stunden Umweg. Aber was tut man nicht für Freunde. Ja, seine First 285 ist etwas länger und deutlich schwerer als unsere Boundless. Und ja, ein Außenborder ist nicht die optimale Schleppmaschine. Aber positiv denken. Also angekommen, seitlich abgefendert und gut parallel vertäut. Bei der 270°Kurve aus dem Hafen klappte die Lenksyncronologie noch nicht - eine Seite ging bei ihm blätterrasierend an einem Baum entlang. Zum Glück kamen die 4-6 Bft jetzt im Wesentlichen von hinten, nicht gegenan. Vollgas mit 4 kn ging es Lemmer entgegen. Die beiden Klappbrücken auf dem Weg öffneten glücklicherweise zügig, einmal mit Funkankündigung. Gut 4 Stunden später war es geschafft. Schadensfrei hatten wir unsere Liegeplätze erreicht. Und da sahen wir hinter ihm ein dunkelblaues Anlegeseil schwimmen - er hatte sich offensichtlich das Seil in die Schraube gezogen. Was für ein Pech. Und so haben wir auch Montag wieder mehr motort, als gesegelt. Wenigstens bei schönstem Sonnenschein. 

David schleppt Goliath
David schleppt Goliath

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