Sonnig nach Workum

Marktplatz Workum
Marktplatz Workum

Nach einer kalten Nacht mit morgens 3° C, bei der uns die Wallas mit angenehmer Wärme versorgte, begrüßte uns der Herbst mit Sonne. Und das sollte so bis in den späten Abend bleiben. Der Wind war mit 2-4 Bft aus SW vorhergesagt - nicht optimal, aber mal sehen. Bei dem Superwetter kurz nach neun Uhr raus aufs Ijsselmeer. Hinter der Schleuse direkt das Groß hoch und dann sehen, welche Richtung segelbar ist. Keine. Auch o. K., dick angezogen im Zwiebeldress erstmal kreuzen. Das macht ebensoviel Spass, wie es wenig Raumgewinn bei unserem Schwertboot bringt. Aber das Wetter war toll und über zweieinhalb Stunden später waren wir soweit voran gekommen, um ein Ziel festlegen zu müssen. Der Wind war eher bei 4 Bft und wir genossen den Ritt hart an der Windkante. Ohne Motor arbeiteten wir uns bis zum Vrouwezand Richtung Stavoren vor. Ab dann stimmte die Windrichtung besser und wir setzten Kurs auf Workum. Da waren wir dieses Jahr noch nicht gewesen. Natürlich ließ der Wind etwas nach, aber wir hatten Zeit und in der Nachsaison bekommt man immer einen Liegeplatz. Kurz nach Fünf waren wir nach einem tollen Segeltag an der Schleuse nach Workum. Sehr klein, keine wirklichen Festmachmöglichkeiten, dafür ein Seil an beiden Schleusenwänden zum Festhalten. Und schon glitten wir nach Workum hinein. Ein wie immer in Friesland extrem pittureskes kleines Städtchen mit zwei kleinen, nagelneuen Hafenbecken mitten vor dem Dorfkern. Intuitiv wählten wir den richtigen Hafen, der uns den Abend noch Sonne gönnte, wie auch am nächsten Morgen. 

Workum hat ein sehr schönes altes Waaghuis, jetzt Museum, und eine schöne große Kirche. Dazu die üblichen hübschen historischen Häuserfassaden. So entspannt man perfekt von der Arbeitswoche. Abends noch lecker essen und dann ab ins Bett. Die Nacht ist deutlich wärmer und kaum feucht. Und das Beste: Die Sonne erwartete uns schon. 

Pünktlich zur ersten Brückenöffnung um 9 Uhr stehen wir vor der ersten Brücke in Workum. Sofort wird geöffnet. Die zweite. Sofort wird geöffnet. Die Autobahnbrücke öffnet sofort. Bei der Eisenbahnbrücke am Ende von Workum muss man einen Meldeknopf drücken. Wenige Minuten später dreht auch sie sich und gibt den Weg frei. Also Motor aus und Segel hoch. Bis fast nach Hause können wir segeln. Mit Geschwindigkeiten im Mittel von 3-4 kn gleiten wir entspannt durch ein herbstlich sonniges Friesland von einer seiner schönen Seiten. Kleine Kanäle führen durch kleine Seen ins Heeger Meer. Danach ein kleiner Kanal zum Princess-Margriet-Kanal und dann sind wir auf dem Brekken zurück. Dort kommt der Wind aus Süd statt West, also kreuzen wir uns auch dort zurück. Es war eines der wenigen Wochenenden dieses Jahr mit fast ausschließliche Segel Anteil. Eine gute Entschädigung dafür, dass wir die letzten beiden Wochenenden nicht zum Boot hatten fahren können. Hoffentlich gibt es einen goldenen Oktober zum Ausklang der Saison. 

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