Dss erste Mal: Amsterdam

Sixhaven Amsterdam
Sixhaven Amsterdam

Brückentage bieten eine willkommene Gelegenheit den Segelradius etwas zu vergrößern. So wollten wir auch den letzten Brückentag des Jahres für eine ausgiebige Rundtour nutzen. Die Wettervorhersage verhieß nicht Gutes, aber wer glaubt ihr schon noch?

Donnerstagmorgen etwas länger geschlafen und auf zur Schleuse. Die Windvorhersage war auf Südost 3-5, später SSO 4-6 geändert, vielleicht könnten wir es bis Hoorn schaffen? Der erste Rückschlag kam an der Schleuse: Eine Stunde Wartezeit! Selten, aber macht man nichts. Hinter der Schleuse direkt das Segel hoch und das erste Reff belassen. Es wurde ein abwechslungsreicher Ritt mit extrem viel bis wenig Wind, mehrfachem Ein- und Ausreffen und der letzten Stunde vor Enkhuizen motoren. Ein kurzer Blick auf die Uhr: Jawoll, wir probieren es nach Hoorn. Hinter der Krabbertsgatsluis ins Markermeer mussten wir uns dann direkt unter Land hart an der Windkante halten. Aber wir konnten segeln! Mit 4-5 kn je nach Bö kämpften wir uns an Hoorn heran. Der Himmel war mittlerweile zugezogen und hin und wieder nieselte es. Die letzten 2 sm mussten wir wieder motoren -eine unangenehme Schaukelei, da der Wind jetzt von hinten kam. Kurz vor 18 Uhr tasteten wir uns bei mittlerweile Dunkelheit an die Hafeneinfahrt. Und weiter durch in den alten Stadthafen. Perfekt windgeschützt drehten wir eine langsame Runde. Entgegen unserer Erwartung war der Hafen proppenvoll, mehrere Yachten lagen schon im Päckchen. Hinter einem großen Plattbodenschiff dann eine Lücke, kaum länger als unser Boot. Zentimeterweise drehte ich das Boot in die Lücke - perfekt! Strom gab es zwar ebensowenig wie den Code für die Sanitäranlagen, weil der Hafenmeister unter der am Anleger aufgeklebten Rufnummer nicht erreichbar war, dafür wurde auch kein Hafengeld kassiert. Die öffentliche Toilette war für 50 Cent sauber, mehr brauchten wir nicht. Die vorbereitete Pilzquiche schmeckte perfekt und zufrieden fielen wir in die Koje.

Der heutige Morgen startete mit tollem Sonnenschein. Der Stadtrundgang durch die historische Altstadt war ein bekannter Genuss, aber uns trieb es weiter. Die Windvorhersage hatte selbigen auf West gedreht - sollten wir erstmals Amsterdam mit dem eigenen Boot erreichen? Der Wind war unstet und launisch, die Sonne auch, aber nach kurzem Anfangsmotoren zogen wir mit 4-5 kn gen Süden. Die Aufregung stieg mit jeder Seemeile, die Frachterdichte auch, je näher Amsterdam kam. Dann eine Brücke, die nur 2x die Stunde öffnet, aber zufälligerweise genau, als wir kamen, die Oranjesluizen und wir waren mittendrin in Hollands pulsierender Metropole. Der Sixhaven liegt genau gegenüber dem Hauptbahnhof und neben einer kostenlosen Fähre dorthin, die in kurzen Abständen verkehrt. Die Hafengebühr war mit 15,80 € billiger, als letztens in Heeg. Hätte es nicht genau die 10 Minuten geregnet, als wir in den Hafen kamen -es wäre perfekt gewesen. Aber wir hatten es tatsächlich geschafft!

Ein ausgiebiger Stadtrundgang, ein köstliches Essen beim Mexikaner, ein paar Leonidaspralinen zum Ausklang. Was für eine perfekte Erholung. Morgen geht es dann entspannt auf den Rückweg.

Im alten Hafen Hoorn
Im alten Hafen Hoorn
Historischer Marktplatz Hoorn
Historischer Marktplatz Hoorn
Leuchtturm Marken
Leuchtturm Marken
Im Sixhaven Amsterdam
Im Sixhaven Amsterdam
Moderne Metropole
Moderne Metropole

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