Sonne ohne Ende

Sofort durchzieht eine wohlige Wärme den Körper, wenn man sich dem gewohnten Liegeplatz nähert. Alles wie immer. Vertraut. Erst noch wenige Boote am Steg, aber das Stimmengewirr der Vögel versetzt direkt in den Erholungs- und Genußmodus. Die Nacht ist kalt und belihnt damit mit einem Sternenhimmel, den das Rheinland nicht bieten kann. Der Samstag startet dann mit Sonne, die uns bis in den Abend begleiten wird. Ein kurzer Griff zum Schrubber, ein wenig Wasser, und die Winterspuren sind beseitigt. Da wir vorne ohne Bäume liegen gibt es nur ein wenig Flugsand, aber keine Blattreste. Der heiße Kaffee schmeckt hier immer besser als zu Hause.

Wir brauchen noch ein paar Kleinigkeiten, also ab nach Lemmer. Da erst wenige Boote im Wasser sind per Boot. Eine Wohltat, selbst wenn es per Motor gegen den eher schwachen Wind geht.

Dann entschließen wir uns zu einem Ausflug nach Heeg. Sneek geht noch nicht, weil in Uitwillingerga die Brücke am Sonntag noch nicht öffnet. Erst ab dem 01.04. geht hier alles wieder seinen touristischen Trott. Hinter dem Brekken dann die erste Überraschung. Wir können nicht glauben, was wir am Kanalrand sehen. Austernfischer! Leider die Hand an der Pinne, daher ohne Foto. Nicht einer, nicht zwei, wir sehen im Verlauf des Wochenendes noch mehrere Gruppen dieser äußerst hübschen und aktiven Vögel.

Wind sei Dank können wir gut die Hälfte der Strecke segeln. Alles ist wie immer, als hätte es den Winter nicht gegeben. Überall setzt der Frühling erste Ausrufezeichen. Kaum eine Yacht unterwegs, ein paar Motorboote überholen uns. Und die Berufsschifffahrt erfordert ein immer waches Auge. 

Der neue Hafen in Heeg bietet erstklassige Sanitäranlagen - aber unbeheizt. Hier ist jede Menge los - Optiregattaevent. Unzählige dieser Anfängerboote für die Jüngsten bieten ein optisches Spektakel. 

Abends haben wir Glück und eine gute Wahl beim Restaurant. Und es ist früh Schluß für uns, den ganzen Tag an der frischen Luft macht müde.

Auch der Sonntag weckt uns mit Sonne. Die Bootsheizung hat zuverlässig Ihren Dienst verrichtet. Vorsichtig fahren wir durch die Menge der schon wieder ausströmenden Optis und machen uns auf den Nachhauseweg. Etwas mehr Wolken, eine Schippe mehr Wind und dadurch kälter, aber das tut dem Genuß keinen Abbruch. Obwohl der Wind anders gedreht hat, als vorhergesagt, können wir auch jetzt gut 2/3 der Strecke segeln. Die Ruhe tut gut und das Geräusch des am Ruderblatt ablaufenden Wassers entspannt. Unaufgeregt geht das Wochenende seinem Abschluß zu. Neben den ungewohnten Austernfischern bestimmen die Schwärme von Zuggänsen das Bild. Und halten uns noch ein wenig in dieser Welt, die sich vom Alltag so wohltuend absetzt. 

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