Sturm, Segeln und die Pannen des Alltags

Samstag war Sturm angesagt. Bis 8 Bft, den ganzen Tag über, dazu Regenschauer. Zum Glück kam das Unwetter aus Südwest, wozu unser Liegeplatz einigermaßen Schutz bietet. Nur die Böen erreichen unser Boot und sorgen bei unserem Windgenerator für bisher nie erlebte Höchstleistungen - einmal sehe ich über 6 Ampere in der Spitze. Ansonsten ist der Tag geprägt vom Ausruhen und Entspannen. 

Und dem ersten kleinen Unglück. Beim Heruntersteigen ins Boot bricht die letzte Stufe nach dem ersten Drittel ab. Zum Glück passiert nichts. Und siehe da. Genau hier ist mittig in der Bruchstelle Kleber zu sehen. Die Stufe ist also bei der Produktion hier zusammen gesetzt worden, leider vor den unteren Haltern, auf der sie aufliegt. Das konnte nicht dauerhaft gut gehen... Die nächste Baustelle ist damit eröffnet. 

Sonntag nutzen wir dann zum Segeln. Eigentlich wollten wir einen Umweg nach Langweer segeln, und die ersten 3/4 klappt das super. Motor nur für die Spannenburgbrug, ansonsten Genusssegeln bei 2-4,5 kn. An der Abzweigung vor Uitwillingerga dann ein heftiger Schlag am Ruder, die Klappklemme löst nicht aus, dadurch reißt der Mantel des neuen Ruderniederholerfalls. Zum Glück hält der Kern. Das wars dann mit der Entspannung. Das Fall hat mantellos keinen Halt mehr in der Klemme, also muss ich es mit einer Hand halten. Ich hoffe, dass der Segelladen in Langweer geöffnet hat und wir beschließen, zu versuchen, direkt in den Stadtkern zu fahren, statt in den direkt daneben liegenden Hafen. Tatsächlich haben wir Glück und erwischen den letzten freien Liegeplatz an der Häuserseite, wo auch das Geschäft liegt. Und es hat auf. Schnell ein neues Fall gekauft und eingebaut -Übung hab ich ja seit letztem Wochenende. Doch was nun? Es ist noch früh und wir haben eigentlich noch Lust zu Segeln. Also beschließen wir zurück zu segeln, zumal für heute Vormittag auch Regen avisiert war. Gemütlich segeln wir den kleinen Kanal Richtung Uitwillingerga zurück, die Sonne scheint und das Leben erscheint irgendwie zwischen jetzt und nirgendwo. Familien und Freundesgruppen segeln mit Falken um uns herum, staken sich frei, wenn in flachem Wasser fest gekommen und alles hat etwas Leichtes, Erfreuliches. Leider hat dann der Wind nicht so gedreht, wie vorher gesagt, so dass wir noch eineinhalb Stunden zurück motoren müssen, weil der Wind dann auch zum Kreuzen nicht mehr ausreicht. Dennoch war es ein genußreicher Tag mit hohem Erholungswert. 

Heute entschließe ich mich dann, die Solarzelle zu wechseln, was ich schon seit langem vor habe. Die aktuelle 60W Zelle ist leicht, aber zu dünn, so dass sie sich immer verzieht, wenn man sie im Winkel verändert. Daher habe ich zwei 80 W Paneele gekauft, die ich rechts und links montieren will, als Festpaneele mit umlaufendem Aluminiumrand. Natürlich klappt die Montage nicht so, wie gewollt: Erst hält das Paneel am Rohr nicht, weil die Halterung verschoben montiert werden muss. Dann dreht das Befestigungsrohr der Reling mit. Aber nach zweieinhalb Stunden ist das Paneel erfolgreich getauscht - das zweite muss noch warten. Ich gleiche die Leistung ab. Jawohl, die Sonne scheint und mir wird über Bluetooth eine Leistung über den Solarregler von gut 70 W angezeigt. Also scheint alles in Ordnung zu sein.

Inzwischen probieren wir auch erstmals unsere Errungenschaft von der Boot aus: Selbstaufblasende Luftkissensessel. Zweimal um die eigene Achse drehen, dann schnell schließen, fertig. Isabella schafft das auf Anhieb und genießt den bequemen Untersatz auf dem Rasen vor dem Boot, während ich das Paneel montiere. So vergeht auch dieser Tag bei ständigen Kaffeepausen und selbst gemachtem Gebäck im Flug. Es ist das erste Wochenende, an dem wir nicht komplett unterwegs sind. Aber auch das ist o.k. und bietet die gesuchte Erholung. 

An der deutschen Grenze holt uns dann der Alltag wieder ein: Gewitter, dunkle Wolken und Regen. Wir freuen uns auf das nächste Wochenende. 

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