Ein ganz normaler Sommertag

Morgendliches Treibgut
Morgendliches Treibgut

Von Makkum aus war heute Rückfahrt nach Lemmer angesagt. Binnen herum. Da vor uns noch eine Brücke liegt, müssen wir bis 9 Uhr warten - der ersten Öffnungszeit Sonntags. Also gemütlich ausgeschlafen, Kaffeewasser aufgesetzt und dann den ersten Blick nach draußen geworfen. Aber was ist das denn da? Ein treibendes Etwas mitten im Kanal, gut 3 m von unserem Liegeplatz entfernt. Wie ein Dixie-Klo, nur etwas kürzer. Zum Glück orangefarbig, daher gut zu sehen, knapp an der Wasseroberfläche. Es ist dann durch den Wind an uns vorbei langsam Richtung Schleuse getrieben, aber sofort werden einem die Gefahren der Schifffahrt wieder vor Augen geführt. Ein klarer Fall einer Securite-Meldung. Dem Hafenmeister hatte allerdings schon eine Frau Bescheid gegeben, die ihre Hunde spazieren führend das Treibgut auch gesehen hat. So hat jeder Tag doch immer seine Besonderheiten... 

Die Rückfahrt verläuft ansonsten wie erwartet: Wenig Segeln, tolle Landschaft, durch ein immer mehr bewusstes Sehen ein immer besserer Blick für alle die verschiedenen Vögel, die auf, am und neben dem Wasser leben. Unbewusst treten jetzt deren Rufe in den Vordergrund und man versucht diese zuzuordnen. Eine tolle Vielfalt liegt hier genau vor einem und wartet darauf, erkundet zu werden. Das Schilf ist höher und dichter, und heute schlägt ab mittags dann auch der Sommer zu. Über 30° C sind schier unerträglich und nur auszuhalten, weil man direkt am Wasser und eine leichte Brise vorhanden ist. Aber mehr als 2 Bft selten und dann nur in kurzen Böen. Wir nehmen den Kanal an Bolsward vorbei bis Ijlst und müssen die Strecke nur mit einem vergleichbar großen Ex-Segelboot teilen, das um den Mast skalpiert jetzt seinen Dienst per Außenborder verrichtet. Hinter Ijlst Richtung Heeg beginnt dann der Sonntagmittagbootsverkehr. Alles grob gemischt, Regeln gibt es nicht wirklich mehr, weder Seitenfahrgebote noch Sicherheitsabstände - der ganz normale Wochenendwahnsinn. Die Boote werden immer größer, die Sorgfalt der Benutzer leider nicht. 

Nach nicht einmal 6 Stunden sind wir dann  zurück am Liegeplatz bei mittlerweile unsäglicher Hitze. Vier tolle Tage neigen sich dem Ende zu, in denen wir so weit gekommen sind, wie in dieser Zeit noch nie. Die wunderbare Welt des Watts ist faszinierend und wir hoffen, dass dieses Jahr der Urlaub wettermäßig einen weiteren Besuch erlaubt. 

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