Anti-Segeln-Wind

Kitesurfer am Mirnser Kliff
Kitesurfer am Mirnser Kliff

6-8 Bft waren für Samstag angesagt, aus Südwest. Die Baumreihe vor uns verhieß also ein wenig Schutz, aber mit Segeln würde es kaum etwas werden. Und tatsächlich. Während der Freitagabend noch sanft und lieblich zu Ende ging, brach der Wind am frühen Samstagmorgen mit voller Kraft los. Und hielt sich erstaunlicherweise bis tief in den Sonntagmorgen praktisch unverändert. Trotz großteils strahlender Sonne. An Segeln war nicht zu denken. Wir haben daher eine kleine Fahrt entlang des Deiches an der Ostküste des Ijsselmeeres unternommen, um die Szenerie zu genießen. Das Ijsselmeer war soweit ersichtlich ein einziger kochender weißer Brei. Zum ersten Mal haben wir nicht ein einziges Boot sehen können. Nicht einmal die schweren Dreimasterplattboden, denen die kurzen Ijsselmeerwellen nichts ausmachen, weil sie dazu zu lang sind, und deren Gewicht auch bei 7 oder 8 Bft genug ist, um eine Fahrt nicht zu ungemütlich werden zu  lassen. Nur in den flachen Uferbereichen, die wegen Vogelschutz gesperrt sind und nur Wassertiefen von 0,2 - 0,5 m bieten, wie die Steile Bank, nur dort konnte sich wegen der geringen Wassertiefe nicht so viel weiße Gischt bilden. Die einzigen, die viel Spass hatten, waren die Kitesurfer am Mirnser Kliff. 

Selbst für die Zugvögel war der Wind zu stark. Wir sehen eine Gruppe von Gänsen, die sich aufmacht über das Ijsselmeer gegen die Windrichtung zu fliegen. Sie stehen auf der Stelle, bemüht, aber vergeblich. Sie drehen etwas ab und versuchen es 100 m weiter südlich erneut. Vergeblich. Dann geben sie auf und drehen ganz ab. Selbst ein Spaziergang am Sandstrand ist eine Qual und wird schnell aufgegeben, weil der Wind den Sand in großen Bahnen entgegen treibt. Wir entdecken etwas abseits ein alte Windmühle und schlendern in einem Durchgangsdorf über den Markt. 

Am späten Nachmittag entschließe ich mich dann, den alten flexiblen Wassertank aus der Backskiste auszubauen, samt Schlauchrückbau, da ich ja seit geraumer Zeit einen festen Wassertank in Bootsmitte eingebaut habe, nicht nur wegen der besseren Gewichtsverteilung, sondern auch, weil dieser eine Reinigungsöffnung hat. Beim Weg zum Müllplatz im Hafen muss ich gegenan laufen und habe dabei erhebliche Schwierigkeiten, von der Stelle zu kommen. Ein Stegnachbar spricht von 9 Bft in Böen laut seinem Masttopmeßgerät. 

Abend drehen wir noch eine Runde in Lemmer, wo Kirmes ist -ungeachtet des auch dort durch die Straßen fegenden Sturms. 

So endet der Tag genauso stürmisch, wie er begann - no sailing today.

Heute dann etwas weniger Wind, aber immer noch heftig. Dafür dann häufige Regenschauer, kurz, aber ständig außen nass haltend. Wir entspannen, genießen trotzdem und beschäftigen uns mit der Urlaubsplanung für Anfang September. Selbst wenn wir sonst auch bei viel Wind segeln: Dieses Wochenende war des Guten deutlich zuviel. 

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