Endlich Urlaub

Zwischenstation Lauwersoog Yachthaven Noordergat
Zwischenstation Lauwersoog Yachthaven Noordergat

Dieses Jahr beschert uns den Sommerurlaub in den ersten beiden Septemberwochen. Außerhalb der Urlaubszeit verheißt leichtere Liegeplatzfindung. Und die Möglichkeit, weiter entfernte Ziele zu erkunden, die man sonst nicht erreichen kann. Da alle holländischen Wattenmeerinseln mittlerweile erforscht sind, waren Borkum und Juist das Ziel. Das war Plan A. Aber wann klappt schon Plan A? 

Zuerst lief alles weit besser als erwartet. Wir waren am Freitag schon um 16 Uhr am Liegeplatz und 16.20 Uhr weg. Ziel war, noch am Freitag die ersten beiden Brücken Richtung Lauwersoog zu passieren. Denn wir müssen binnen nach Lauwersoog, da die Inseln sonst für uns nicht erreichbar sind. Und die Passage von Leeuwarden kostet viel Zeit, weil die Brücken dort zu den Hauptverkehrszeiten geschlossen bleiben. 

Also alles ins Boot gepackt, nur die Kühltasche umgepackt und weg. Zum Segeln war kein Wind, also gemütlich mit 4 kn motort. Das ist niedrige Drehzahl für wenig Lärm und garantiert entspanntes Touren. Die Spannenburgbrug war schnell genommen, kurz vor 19 Uhr auch die Zielbrücke von Uitwillingerga. Dann durchs Sneekermeer und die stets offene Schleuse, weil dahinter rechts ein Liegeplatzbereich sein sollte. Den haben wir nicht gefunden, also weiter, in der Hoffnung auf einen Marrekriteplatz längs des Prinses-Margriet-Kanals. So sind wir gefahren und gefahren und gefahren - bis wir gegen kurz nach 20 Uhr vor der nächsten Brücke Richtung Grou waren. Auch kein Problem, dann eben dort am gut ausgebauten Wartesteiger übernachten. Wir wollen gerade festmachen, schaltet die Ampel an der Brücke auf Rot-Grün. Nach 20 Uhr eine Öffnung? Das kann eigentlich nicht sein. Gespannt blicken wir auf die Brücke, es bimmelt, die Schranken schließen die Straße ab und die Brücke öffnet sich. Verdutzt sehen wir uns kurz an, freuen uns und fahren durch. Das nächste Hindernis kurz danach ist die Eisenbahnbrücke vor Grou. Rein vorsichtshalber fragen wir per Funk nach, ob es heute noch eine Öffnung gibt. Es ist mittlerweile 20.20 Uhr. Die letzte Öffnung für heute ist in 10 Minuten. Wir können unser Glück kaum fassen. Drei Züge später dreht sich die Brücke und gibt den Weg für uns frei. Gegen 21 Uhr sind wir in Grou. Es wird dunkel, wir brauchen etwas, bis wir einen freien Liegeplatz am Wegesrand gefunden haben, essen leckere selbstgemachte Zucchiniquiche und fallen ins Bett. Die ganze Fahrt über hatten wir schönsten Sonnenschein, es war warm und hätte nicht besser sein können. Ein toller Anfang und wir waren bis kurz vor Leeuwarden gekommen. Stressfrei und entspannt. 

Der nächste Morgen begann wie der Tag zuvor geendet hatte: Mit Sonnenschein und trocken. Leider machte die erste Brücke erst um 9 Uhr auf, so mussten wir 20 Minuten warten. Aber gegen 10.30 waren wir vor Leeuwarden. Erste Überraschung: Die erste Brücke war einem Äquadukt gewichen. Super. Kein Warten, sondern durchfahren. Dann allerdings Wartezeiten an zwei Eisenbahnbrücken. Und kurzes Warten an den weiteren Brücken durch Leeuwarden. Aber wir haben auch hier Glück: Zwei Minuten vor Zwölf passieren wir die letzte Brücke in der Innenstadt, so dass wir die Wartezeit bis 13 Uhr, wenn die nächsten Brücken stadtauswärts wieder öffnen, mitten im Herzen von Leeuwarden verbringen können. Wir finden einen Liegeplatz am Park, keine 100m vom schiefen Turm von Leeuwarden entfernt. Die Wartezeit nutzen wir für einen kleinen Stadtspaziergang in sengender Hitze. Eine perfekte Abwechslung zum Kanalfahren. Und kurz nach 13 Uhr stehen wir vor den letzten Brücken stadtauswärts. Ich hatte nicht damit gerechnet, jetzt schon hier zu sein. Also Karte genommen und gerechnet. Ja, wenn wir knapp 5 kn fahren und nicht zuviel Pech mit den weiteren Brücken haben, können wir es bis Abends nach Lauwersoog schaffen. Dann wäre es möglich, schon heute nach Borkum zu kommen. Gnädige Winde voraus gesetzt. Und es hat geklappt. Am frühen Abend haben wir den binnenseitigen Yachthafen von Lauwersoog erreicht und einen Liegeplatz gefunden, mit knapp unter 13 € zudem sehr günstig. Dazu die mit besten Sanitäranlagen, die wir je in einem Hafen erleben durften - das passte alles. Nur die Wettervorhersage nicht. Starkwind war angesagt. Ist ja kein Problem, aber er war bis zum Ende der Wettervorhersage nächste Woche Dienstag ständig zunehmend angesagt, selten bei 5 Bft, meistens mehr. Selbst heute wären wir zwar bei 4 Bft in Lauwersoog weg gekommen, aber für Borkum waren schon 4-5 Bft angesagt, Tendenz zunehmend. Da damit nicht sicher war, dass wir im Urlaub auch wieder zurück kommen, fällt also Borkum ins Wasser. Wie meistens Plan A. Da wir aber nicht nur binnen herumschippern wollten, ist Plan B realisiert worden: Wir sind die 5 sm nach Schiermonnikoog motort. Die erste Hälfte gegen den Wind, dann ein großes Stück mit 1/3 Vorsegel geflogen mit gut 5 kn, dann wieder die Einfahrt motort. Gut 1 Stunde vor Hochwasser los, teils mutig quer durchs Watt. Trotz des doch heftigen Gegenwindes ein tolles Erlebnis. Immer wieder mit länger durchbrechender Sonne und ausreichend warm. 

Hier ist der Hafen erstaunlich voll, wir bilden als zweites Boot ein Päckchen. Die erste Fahrradtour mit unseren Stridas zum Dorf, dem Nordseestrand und alten Leuchtturm ist hinter uns. Besser kann Urlaub nicht sein. Gerade gab es das erste Mal einen 10 Minuten Schauer - das ist völlig o.k. Jetzt strahlt wieder die Sonne mit dem Blau des Himmels um die Wette. 

Hier werden wir eine Woche verbringen, weil auch hier stürmisches Wetter vorhergesagt ist. Dann am Wochenende zurück nach Lauwersoog und erstmals die Stande-Mast-Route zuende nach Delfzijl. Dort 1-2 Tage, dann nach Groningen, wo wir auch noch nicht waren. Dort auch 1-2 Tage und dann der Heimweg durch die Kanäle. So der Plan. Mal sehen, was daraus wird. 

Samstsgmorgen Abfahrt Grou
Samstsgmorgen Abfahrt Grou
Samstag Mittagspause Leeuwarden Zentrum
Samstag Mittagspause Leeuwarden Zentrum
Kunstwerk auf dem Deich Lauwersoog
Kunstwerk auf dem Deich Lauwersoog
Treppenkunstwerk Deich Lauwersoog
Treppenkunstwerk Deich Lauwersoog
Ankunft in Schiermonnikoog bei Hochwasser - bitte die kaum sichtbare Hafenabschlussmauer hinten beachten, Foto von Niedrigwasser folgt
Ankunft in Schiermonnikoog bei Hochwasser - bitte die kaum sichtbare Hafenabschlussmauer hinten beachten, Foto von Niedrigwasser folgt
Strandsegelspass am Nordseestrand
Strandsegelspass am Nordseestrand
Das Wellenbild ist durch das Foto noch verharmlost...
Das Wellenbild ist durch das Foto noch verharmlost...
Alter und (ganz klein links hinten) neuer Leuchtturm
Alter und (ganz klein links hinten) neuer Leuchtturm
Hafenidylle
Hafenidylle
Bild vom Boot aus jetzt bei Niedrigwasser mit der Hafenabschlussmauer
Bild vom Boot aus jetzt bei Niedrigwasser mit der Hafenabschlussmauer

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