Groningen - erstaunlich vielseitig

Beeindruckende Architektur schon am Stadteingang
Beeindruckende Architektur schon am Stadteingang

Nach doch etwas Enttäuschung über Delfzijl führte dann gestern vormittag der Weg direkt weiter nach Groningen. Ein kleiner Tripp mit knapp 16 sm. Bei blauem Himmel und Sonne gestartet wartete schon die erste Brücke hinter Delfzijl mit einem unerwarteten Problem auf. Es gab keinen Wartesteiger und auf die Funkanfrage reagierte erstaunlicherweise keiner. Dazu deutlicher Wind von schräg vorne, so dass nichts anderes übrig blieb, als langsam Kreise zu drehen. Auch ein Telefonanruf ging nicht  durch. Mehrere Funkanfragen in höflichen Abständen von Minuten ohne Resonanz. Das hatten  wir noch nie erlebt. Gut eine Viertelstunde später dann auf einmal Rot-Grün und wenige Augenblicke später öffnete die Brücke. Wir schauten uns etwas verdutzt an, aber Hauptsache, es ging weiter. Die nächste Brücke war dann schon deutlich vor uns offen für die Durchfahrt - Wiedergutmachung? Keine Ahnung, aber vielleicht war der Brückenwärter dort, wo auch der Kaiser zu Fuß hingeht, alles kein Problem. Kurz darauf dann der einzige Regen auf der Fahrt, nicht heftig, aber uns doch gut eine halbe Stunde begleitend. Danach ging es weiter mit Sonne, blauen Himmelsabschnitten und durchgehender Bewölkung im Wechsel.

Am Ortseingang von Groningen warteten schon zwei größere Segler, die uns zwischendurch überholt hatten, auf die Öffnung. Aber offensichtlich hatten sie nicht per Funk angefragt. Nach meinem kurzen Funkspruch kam sofort Antwort, die Ampel ging auf Rot-Grün und wir mussten nicht wirklich warten. Zwei Brücken weiter sind wir steuerbords in den Oosterhaven eingebogen. Das sind nur ein paar Stege parallel zum Ufer, mitten in der Stadt. Nachsaison sei Dank war hier viel Platz, so dass wir direkt neben der Straße anlegen konnten, um über den langen Steiger problemlos von und an Bord gehen zu können. Perfekter kann der Liegeplatz nicht sein. Und zu unserer Überraschung waren die Sanitäranlagen schon quer über der Straße nah gelegen und in einem top Zustand. Besser geht nicht. Tolles Stadtflair, mitten in Groningen. 100 m von einer Brücke über den Kanalring um die Stadtmitte entfernt, fünf Fußminuten zum Hauptmarkt. Und das Ganze zu nicht eimal 16€ pro Nacht, Strom und Wasser inklusive, nur Duschen mit günstigen 50 Cent obendrauf. 

Der erste Spaziergang gestern Nachmittag offenbarte eine extrem reizvolle Innenstadt mit der typischen holländischen historischen Straßenzuglandschaft, wenig Bausünden und pulsierendem Leben. Und mit so viel Fahrradverkehr, wie wir es selbst in Amsterdam nicht so empfunden haben. Toll. Abends essen beim Mexikaner -lecker und in der einzigen Regenperiode, die uns bisher dort erwischt hat. Aber bei Essensende war auch der Schauer vorbei, so dass wir gemütlich zum Boot zurück schlendern konnten. 

Groningen bietet mehrere Museen, die aber wie in anderen Städten auch montags geschlossen haben. Also war heute Kirchentag -einschließlich Besteigen des Turms der Martinikerk mit grandioser Ansicht über die historische Innenstadt. Dazu Shopping und Ausruhen, damit morgen dann die Museen erobert werden können. Wir werden also einen weiteren Tag anhängen und uns erst am Mittwoch nach Lauwersoog über die Stande Mastroute auf den Rückweg begeben. Die Stridas warten ja noch auf Schiermonnikoog... 

Turm der Martinikerk
Turm der Martinikerk
Albert Heijn Supermarkt in historischem Gebäude
Albert Heijn Supermarkt in historischem Gebäude
Berühmte Orgel der Martinikerk
Berühmte Orgel der Martinikerk

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