Erholsam zurück

Warten vor der Brücke in Warten
Warten vor der Brücke in Warten

Es wird kalt nachts. Morgens steht lange Feuchtigkeit auf dem Deck. Und doch lockt die Sonne zum Frühstück in der Plicht. Außer uns ist kaum einer unterwegs, als wir in Dokkum los fahren. Die Brückenwärterin eilt nur wegen uns von Brücke zu Brücke - per Fahrrad natürlich. Insgesamt öffnet sie uns drei Brücken und in Dokkum kostet das 5 €. Dafür liegt man nirgendwo so günstig, wie in Dokkum. Wir zahlen für eine Nacht knapp 9 € und könnten bei Buchung einer ganzen Woche für gut 28 € liegen. Zwei Personen inklusive. Aber wir müssen weiter und lassen es uns bei Sonne, Wind und blauem Himmel gut gehen. Streckenweise können wir sogar segeln und die Ruhe genießen. Langweilig sind die Kanäle hier nie. Unterschiedliche Vegetation. Schnuckelige oder nobel her gerichtete alte und junge Häuser. Tierrufe. Irgendein Sinn ist immer gefordert. 

In Leeuwarden sind wir dann gegen 12.20 Uhr, und trotzdem öffnen uns die beiden ersten Brücken zum Stadtzentrum. Eigentlich hatten wir im Kopf, dass zwischen 12 und 13 Uhr keine Brückenbedienung erfolgt. Aber was solls. Vorsichtig auf überhängende Äste achtend legen wir im Prinsentuin an und machen eine Stunde Pause. Dann geht es mit zwei weiteren Schiffen durch die restlichen Brücken. Und ab hier schlägt das Datum unbarmherzig zu: Freitag, der Dreizehnte. Die erste Eisenbahnbrücke schaltet unmittelbar vor uns auf Rot, wobei wir nur ca. 100 m hinter den anderen Booten waren. Wartezeit bis zur nächsten Öffnung: 25 Minuten. Zum Glück gibt es einen guten Wartesteiger, also warten. Ca. 200 m später gibt es die nächste Eisenbahnbrücke. Blöd nur, dass diese dieselben Öffnungszeiten hat, wie die Eisenbahnbrücke davor. Also kann man diese nicht in einem Schwung durchfahren. Wartezeit wieder 20 Minuten. Dieses Mal unter erschwerten Wartebedingungen: Es gibt keinen normalen Wartesteiger. Aber zwischen zwei breiten Anlegepfählen für Grossschifffahrt einen Grünstreifen für Sportschiffe, mit ein paar in den Boden gerammten kurzen Pfählen. Mehr für Jollen, denn Yachten mit hohen Bordwänden. Also springen wir von Bord und machen trotzdem fest. Mittlerweile haben wir beschlossen, nach Earnewalde zum Übernachten zu fahren. Also ab nach Warten, das hinter Leeuwarden das Dorf vor Earnewalde ist. Warten ist ein extrem pittureskes Dorf. Aber auch hier macht das Dorf seinem Namen alle Ehre: Wir kommen um 16.20 Uhr an und von 16.15 - 17.15 Uhr ist Teepause für den Brückenwärter. Also wieder 55 Minuten warten. So viel Pech hatten wir noch nie. Aber eilig haben wir es auch nicht, die Sonne scheint und so genießen wir die Zeit. Die Restdistanz ist dann in unter einer Stunde erledigt und wir liegen mitten im Naturschutzgebiete des Oude Fean. Ein erholsamer Tag voll Sonne und Entspannung geht zuende. 

Heute Morgen dann die Fortsetzung, was das Wetter betrifft. Anfangs kalt, aber von morgens bis abends Sonne. Wir legen uns eine Umwegstrecke durch das Naturschutzgebiet und erfreuen uns an üppiger Vegetation, vielen verschiedenen Vögel und dem Dahingleiten an sich. Nein, wir müssen motoren, tun das aber langsam, also mit wenig Drehzahl und damit auch vernünftig leise. Wind ist gegenan und zu schwach zum Segeln, also wird auch das wieder ein Motortag. Wir sind so zeitig dran, dass wir am frühen Nachmittag beschließen, einen Umweg über Langweer zu machen. Genießen dort ein Eis und schlendern durch die malerische Dorfstraße. Es ist Samstag und massenweise Jollen tummeln sich auch ohne Wind auf den kleinen Seen. Motorboote ziehen durch die Landschaft und man hat das Gefühl von Leben ohne Hektik. 

Am frühen Abend sind wir dann zurück an unserem Liegeplatz. Immer noch scheint die Sonne und nach kurzem Austausch mit Stegfreunden machen wir uns auf nach Lemmer, den Urlaub mit einem Essen abzuschließen. Heute ist ein Treffen historischer Schlepper und bestimmter Motorboote aus den 30er Jahren, für die der Kanalrand in der Innenstadt reserviert ist. Und weil Holländer einfach immer pitturesk können sind die Schlepper und anderen Boote mit Lampenketten geschmückt und erfreuen auch in der angehenden Dunkelheit nach dem Essen. Was für ein versöhnlicher Ausklang nach der stürmischen ersten Woche in Borkum. 

Pause in Langweer
Pause in Langweer
Schleppertreffen Lemmer
Schleppertreffen Lemmer
Dito von unten auf die Kirche gesehen
Dito von unten auf die Kirche gesehen

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