Segeln!

Päckchenliegen Buitenhaven Enkhuizen
Päckchenliegen Buitenhaven Enkhuizen

Es hätte besser kaum sein können. Die Sonne wirft sich mit voller Kraft noch einmal in das Wochenende, dazu ein leichtes Lüftchen, zunächst mit 3 Bft aus S. Die Schleuse nimmt uns freundlich direkt auf, ohne Wartezeit, so dass wir schnell auf das Ijsselmeer entlassen werden. Es ist gegen zehn Uhr, wir setzen unmittelbar nach der Schleuse Segel und schalten kurz darauf den Motor ab. Der Wind schiebt uns mit 3-3,5 kn vorwärts. Ideal, um zu frühstücken. Neben uns kommt kurz darauf eine 34er Bavaria auf, in Lee. Sie schiebt sich neben uns, ist dann im Windschatten und ohne Kraft, sich vorbei zu schieben. Das Spiel geht eine Dreiviertelstunde, dann dreht sie hinter uns ab und nimmt anderen Kurs. Der Wind ist weiter zurück gegangen, die 3 kn werden kaum noch erreicht. Zeit, für neue Segel: Das Parasail wird ausgepackt. Jetzt reicht es wieder für gute 3,5 kn und wir freuen uns am Anblick, den es uns bietet. Die äußeren Bedingungen sind sommerlich, ein Kleidungsstück nach dem nächsten verschwindet in der Kabine - es ist Poloshirtwetter. Gegen Mitte der Strecke nimmt der Wind dann zu. Also Parasail eingepackt, Groß hoch und Fock ausgerollt. Mit 3,5 - 4,5 kn streben wir unaufhaltsam Enkhuizen entgegen. Dabei wundern wir uns, was für eine breite AIS-Kolonne von Stavoren nach Enkhuizen zieht, denken uns aber noch nichts dabei. 

Gegen drei Uhr sind wir bei strahlendem Sommerwetter in Enkhuizen und beschließen, in den Buitenhaven der Gemeinde zu gehen, des Flairs wegen. In der Hochsaison meiden wir das, weil dann Päckchenliegen Standard ist, jetzt erhoffen wir uns ausreichend Platz. Aber weit gefehlt. Bereit am Eingang ist uns klar: Hier ist kein Platz mehr selbst für unser kleines Boot. Doch da kommt der Hafenmeister im Boot, wir erklären, dass ich nur einen Platz direkt am Steg will, doch er meint, für uns hat er noch ein Plätzchen. Und richtig. Sogar ziemlich weit vorne, zwischen zwei 2er-Päckchen ist noch ein Platz, wenig länger als unser Boot. Zum Glück drückt der Wind seitlich an den Steg, so dass das Anlegen in der Lücke auf Anhieb trotz minimalem Platz glückt. Wir freuen uns ob des guten Liegeplatzes. Aber die Freude währt nur kurz. Minütlich wird der Hafen von Schiffen überfallen. Eine Stunde später sind 5er-Päckchen normal. Nur bei uns hat noch keiner angelegt, weil die meisten Boote viel größer sind. Kurz darauf kommen auch Stegnachbarn von uns mit ihrer 32er Jeanneau -der Compagnieshaven ist angeblich schon wegen Überfüllung geschlossen. Auch sie liegen dann als fünfte oder sechste im Päckchen. Als wir gegen 19 Uhr nach dem Abendessen in der alten Räucherei zurück kommen, sind auch drei Boote an uns dran. Mittlerweile sind 6er- und 7er-Päckchen Standard, dabei gibt es auch 8er-Päckchen. Das haben wir in der heftigsten Hauptsaison in all den Jahren noch nicht erlebt. Offensichtlich ist Enkhuizen für viele das ideale Ziel, um noch einmal einen sommerlichen Segeltörn zu genießen. 

Für uns heißt das, heute um fast 2 Stunden später ablegen, als geplant, weil sich erst das Päckchen auflösen muss. Der Wind kommt jetzt aus SO, aber noch ganz knapp so, dass wir hart am Wind den Kurs auf Lemmer halten können. Wieder perfektes Segeln im ersten Reff und 4-5 kn. Die letzten eineinhalb Stunden müssen wir den Motor leicht mit helfen lassen, weil der Wind abflaut, trotz Ausreffens reicht es nicht. Aber es ist ein großartiger Genuss, gerade nach dem Urlaub, der nicht viel Segelfreuden bot. Mal sehen, was der Herbst noch zu bieten hat. 

Liegeplatz bei Ankunft!
Liegeplatz bei Ankunft!
Stadtimpressionen
Stadtimpressionen

Kommentar schreiben

Kommentare: 0