Wetterglück

Binnenhaven Enkhuizen
Binnenhaven Enkhuizen

Das Wetter war seit Tagen ständig anders vorhergesagt. Heute also Schauer bis Mittags und 3-5 Bft aus NW nach W drehend. Aber so, dass man morgen aus Enkhuizen ohne Sturm wegkommen kann. Da ich bis Sonntag solo unterwegs bin ist Ijsselmeer einfacher als binnen, weil ich hier den Pinnenpiloten fast durchgängig nutzen kann.

Kurz nach acht ist der erste Regen durch. Ich beschließe mich fertig zu machen, um möglichst früh wegzukommen, damit ich die Westdrehung des Windes nicht oder nur wenig mitbekomme. Denn W bei Enkhuizen heißt motoren statt segeln. Um kurz vor neun lege ich ab. Sofort belohnt mich der Wettergott mit einem tollen Regenbogen Richtung Schleuse. Dort lege ich hinter einem nicht ganz 8m langen Kleinkreuzer mit englischer Fahne am Wartesteiger an. Die englische Fahne der besten Variante mit  blauem Hintergrund. Neugierig schlendere ich hin. Ein Solosegler, der auf seinem Boot lebt und auf dem Rückweg nach England ist. Er will auch nach Enkhuizen. Ein ehemaliger Professor für Architektur. Wir unterhalten uns sehr angenehm. Die Schleuse hat nämlich nach drei Berufsschiffen zu gemacht, ohne ein einziges Sportboot mitzunehmen. Also müssen wir insgesamt über eine Stunde warten. Wir verabreden uns für den Buitenhaven.

Nach der Schleuse wird zunächst motort. Dann beimotort, weil die Windrichtung nur Segeln nicht erlaubt. Jetzt merke ich auch, warum mich das Schicksal vor der Schleuse hat warten lassen. Alles mit dem Wettergott abgestimmt. Denn vor uns ist gerade ein Regengebiet durch. 15 Minuten später zieht hinter mir ein anderes durch. Weitere 10 Minuten später erwischt mich dann auch ein heftiger Schauer mit starken Böen. 10 Minuten Sintflut, weitere 20 Minuten Starkwind, dann kommt die Sonne wieder raus. Ich war darauf gefasst, das war o. k. Zumal es der einzige Schauer bleiben sollte. Danach kommt der Wind einen Hauch nördlicher, ich lege Kurs etwas südlicher als Enkhuizen und der Motor kann aus. Mit dem Kurs würde ich zwar am Ende eine Stunde motoren müssen, aber dafür kann ich segeln. Im ersten Reff, 3,5 bis 4,5 kn. Pipi steuert, ich arbeite am Groß. Die Überfahrt kostet 4 Schokokekse und vier Mohrrüben die Existenz. 7 sm vor Enkhuizen wird der Wind schwächer, ich reffe aus. Damit geht es wieder. Ich sehe vor und hinter mir Regenzonen ziehen. 5sm vor dem Ziel, hinter einer Regenfront dann abrupte starke Windzunahme. Ich werfe das Groß los und rolle die Fock auf 1/4 auf. Damit komme ich jetzt aber 15 Grad nördlicher! Dem Wettergott sei dank! So kann ich bis Enkhuizen durchsegeln. Was für ein toller Tag. Direkt vor mir ist der Engländer da. Ich lasse ihm im Buitenhaven die letzte Lücke und lege mich an ihn. Bei bestem Sonnenschein ein Stadtbummel, frühes Abendessen in der alten Räucherei und bei weiterhin toller Sonne klingt der Tag entspannt aus. Ein echter Feiertag im besten Sinne des Wortes. 

Farbenfrohe Abfahrt
Farbenfrohe Abfahrt
vor mir durch...
vor mir durch...
Tolle Außenterrasse der alten Räucherei
Tolle Außenterrasse der alten Räucherei

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