Goldener Oktober

Letztes Wochenende war verregnet, da war Ruhetag am Boot angesagt. Gestern ging es dann um 9.15 Uhr raus Richtung Ijsselmeer. Und wir hatten Glück: Vor uns fuhren gerade zwei große Frachter in die Princessmargrietsluis, auf Funkanfrage von mir durften wir tatsächlich noch am Ende einfahren und uns dahinter quetschen. Kein Warten, sofort durch. Der Wind war mit 4-6 Bft aus S angesagt, im Laufe des Tages abnehmend, ab 14 Uhr mit Schauern. Also auf nach Stavoren. Hinter der Schleuse waren es 5 Bft - es wurde Refftag. Das Groß die ganze Zeit im zweiten Reff, das Vorsegel je nach Bö von ganz Mini, ca. 20%, bis voll ausgerollt. Das Ijsselmeer begrüßte uns gleich heftig mit 5-6 Bft. Zum Glück tatsächlich aus Süd, daher noch keine Chance für Wellen, sich groß aufzubauen. Bis zur Steile Bank mussten wir beimotoren, weil der Segelwinkel zu spitz, der Rest wurde nur gesegelt. Je weiter wir in die Lemmerbucht kamen, desto mehr Anlauf hatten die Wellen von Süden und hinter der Steile Bank war das Wasser weiß von der Gischt brechender Wellen. Zum ersten Mal erlebten wir, dass mehrere Wellen am Rumpf brachen und Gischt deutlich über uns spritzte. Komisch, wie manche Wellen unvorhersehbar deutlich extremer waren, wie der Durchschnitt. Zum Glück ging es nicht wirklich gegenan und hinter der Steilen Bank rollten dann die Wellen unter dem Boot durch -in Kombi mit einer Bö mit beachtlicher Seitenlage in Konsequenz. Eine Hand an der Pinne, eine unermüdlich die Großschot bearbeitend. Jollenfeeling pur. Nur bequemer und trockener. Erst zu Beginn des Vrouwezand dann deutliche Windabnahme auf 3-4 Bft, und die letzte halbe Stunde wurde sogar das Groß ausgerefft, weil der Wind von hinten kam und wir für den Rest das Vorsegel nicht ausbaumen wollten. Es war kein maximaler Speed gefragt, sondern Genuß, zumal die Sonne immer mehr durchbrach. Und der angesagte Regen ausblieb. Daher wollten wir unser Glück im alten Außenhafen von Stavoren versuchen, in dem in der Saison nur Päckchenliegen möglich ist. Jetzt in der Nachsaison dagegen freie Bahn für uns. Bis zum Einbruch der Dunkelheit füllte sich allerdings der Hafen auch und hinter uns gab es sogar ein zweier Päckchen mit einer X40. 

Wir lagen um 13.30 Uhr fest. Genug Zeit, um bei der Sonne das Wochenende mit viel Spaziergängen und bummeln zu genießen. Am Ende des Tages verwöhnt die Sonne noch mit einem phänomenalen Untergangsszenario - ein perfekter goldener Oktobertag. 

Heute war anfangs 3 Bft aus Süd und dann Flaute angesagt. Daher sind wir durch die Schleuse nach Stavoren binnen gerutscht, haben kurz den Fäkaltank kostenlos geleert und sind dann gemütlich zurück motort. Wieder war die Sonne unser Begleiter, teils gedämpft durch eine Wolkendichte, teils in freier Durchsicht. Zur Abwechslung sind wir über Woudsend und Sloten zurück. Ideale Bedingungen, um während der Fahrt im Cockpit zu frühstücken. Hoffentlich bekommen wir noch mehr Tage wie diese beschert. 

Kunstwerk in Stavoren wo früher eine Befestigungsanlage war
Kunstwerk in Stavoren wo früher eine Befestigungsanlage war