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Mutprobe -bestanden!

Die zurückliegenden langen Wochenenden waren wettermäßig sehr bescheiden gewesen. Starkwind bis Stum ließen keinen normalen Törn zu. Dieses letzte lange Wochenende für lange Zeit sollte besser werden. Sogar mit so wenig Wind, dass ich gedachte, den Anker ausprobieren zu können...

Nun, Donnerstag hatte ich Bekannte an Bord für einen kleinen Ausflug -Null Wind, 80% motoren, 20% Versuche mit dem Code 0, zu Fuß wären wir schneller gewesen... Freitag dann guter Wind, um nach Hindeloopen zu segeln, ein immer willkommener Ort besonderer Pittureske. Tolles Segeln, toller Sonnenschein, ein optimaler Tag. Nachmittags dann noch schnell die Installation des VE MultiPlus fertig gestellt -jetzt kann ich mit dem Inverter die originale Verteilung nutzen, also alle Steckdosen, die für Landstrom vorgesehen waren, mit Batteriestrom unter Beibehaltung der originalen Schalter in der Naviecke. Ein lang gehegtes Projekt, für das aber aufgrund der notwendigen Verlegung des Landstromanschlusses und besonders dicker Kabel (6 mm²) mehr Vorbereitung nötig war.

Samstag wollte ich dann wieder gen Süden, nach Enkhuizen. Nur blöde, wenn der Wind von Norden kommt. Da ich stark gepfeilte Salinge habe geht Ausbaumen dafür nicht wirklich gut. Vor dem Wind halsen hatte ich versucht, aber der Wind verflachte immer mehr und mehr. Was tun? Ich habe eine gute halbe Stunde lang überlegt. Dann habe ich mich zur Mutprobe entschlossen: Mit dem Boot habe ich einen Gennacker bekommen. Der soll angeblich ca. 90 m² Segelfläche haben. Ich habe noch nie alleine einen Gennacker gefahren. Das Parasail bei meinem alten Boot hatte 42 m². So viel Segelfläche alleine zu bändeln -ganz wohl war mir nicht. Wie man aber am Vorschaubild sieht: Es hat geklappt. Das erste Mal noch etwas ungelenkt, insbesondere beim Einholen, aber er war oben. Weit sichtbar. Ohne Bruch. Mein Groß hat nicht ganz 35 m². Schnell war ich nicht, aber bei 3-5 kn Wind hat er 2,5 - 3,5 kn Fahrt erzeugt. Für das erste Mal war ich mehr als zufrieden. Es war der perfekte Moment. Und den habe ich auch zum Herunterholen erwischt, denn kurz darauf briste es stark auf. Natürlich genau, als ich in den Hafen einlief. Aber das passiert mir ja regelmäßig.

Das war das Highlight des langen Wochenendes. Wieder viel gelernt, umso positiver, wenn es funktioniert. Dass ich dann noch die Bluetooth-Temperatursensoren von Ruuvi (Ruuvi Tag) innen und außen "installiert" und mit dem Cerbo GX verbunden habe, war das I-Tüpfelchen. Jetzt kann ich aufgrund eines Drittentwicklerhacks des Venus-Betriebssystems alle Temperaturen auf derselben Übersichtseite sehen, wie Solar, Inverter, Tankfüllstände u.a.m. Das macht das Leben deutlich einfacher. So vergißt man nichts und hat immer ohne Umstände auf einer Display die perfekte Übersicht.

Heute morgen dann Blitzgewitter in Enkhuizen. Gegen 6 Uhr ließ der Regen nach, als ich um 9 Uhr los segelte war es schon wieder fast trocken. Aber wo war der Sommer? 13° C sind nicht gerade Verwöhntemperatur. Aber dafür konnte ich mich genau an der Windkante entlang nach Lemmer hangeln, von wenigen kurzen Windpausen durchgängig mit 5 bis über 6 kn, bei nur einer kurzen Wendenotwendigkeit. Das wars dann mit dem letzten langen Wochenende. Trotz Donnerstagflaute noch viel gesegelt, alles dabei gewesen und Gennacker ausprobiert -ein toller Kurzurlaub.

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