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Sommer und Probleme

Aktuell ist die Hitze ja nur in der Woche -am Wochenende ging es nachts dann auf dem Boot wieder auf 12° runter -komische Zeiten. Aber Sonne im Überfluss tagsüber und auch nicht zu heiß -das Wochenende hätte toll werden können. Hätte. Und es fing auch gut an -meine überarbeitete Version des selbstgenähten Küchenorganizers wurde an Bord fertig angepasst. Super praktisch, aus dem originalen alten LazyBag von Jeanneau, daher auch super originell. Daneben mach ich noch eine Zeitschriftenhängetasche, die vom Salon aus dann zugänglich ist und kombüsenseits den Deckel des Kühlschranks oder der Klappfächer nicht behindert.

Samstag morgen hab ich dann eine Inspektionsluke in den Kunststoffdieseltank gebaut, dazu 55 l Diesel mit einer kleinen batteriebetriebenen Elektropumpe in Reservekanister gepumpt und anschließend auch noch den Anschluss für die Heizung im Tank versetzt -der alte war leicht undicht bei Volltanken, nur minimal, aber das reicht für unnötigen Gestank. Mittags waren die Arbeiten fertig und raus gings aufs Ijsselmeer. Viel Wind war nicht angesagt, aber böig wars und mit ständigen Winddrehern. Mit 2,2 - 5 kn habe ich mich dann nach Urk entschleunigt, wobei die letzte halbe Stunde motort wurde. In der Ferne versuchten es zwei Segler mit Leichtwindsegeln -aber aufgrund der ständigen Winddreher mit eher bescheidenem Erfolg. Allemal toll anzusehen. Ich war zu kaputt und hob meine Kraft für den Sonntag auf, wo der Parasailor erstmals zum Einsatz kommen sollte.

Nachmittags eine WhattsApp von einem Bekannten, der am AIS erkannte hatte, das ich in Urk war, und dort vorbei kam. Das sind nette Treffen und zwei Stunden verflogen im Nu. So bekam ich auch einmal eine Nauticat in 37" zu besichtigen -sehr wertig alles, Holzarbeiten vom Feinsten, alle und alles sehr massiv.

Der Abend war dann ein typisch Urker Samstagabend: Partie von den Plattbodenschiffen aus bis tief in die Nacht -normalerweise ist in holländischen Häfen, egal wie groß, um 22 Uhr still, spätestens 23 Uhr totenstill... Das erzkonservative Urk aber lässt da die Parties raus. Und nachdem die letzten Volkslieder, auch in deutschen Mallesongs, verklungen waren, gab dann nachts noch ein Grüppchen eine Strandpartie. Dazwischen ein Bilderbuchsonnenuntergang und Pittureskes, wohin man schaut.

Heute sollte dann der Parasailer-Premierentag werden. 2-5 kn Wind waren angesagt -da kann ja nichts schief gehen. Direkt im Hafen den Parasailor hochgezogen, angeschlagen und an der Reling gesichert -die Vorfreude war groß. Raus aus dem Hafen und rum um das Untiefengebiet. Dabei schonmal den Autopiloten eingeschaltet, um wie immer Leinen aufzuschießen, wegzusortieren, u.a.m. Aber was war das? Der Autopilot hielt keinen Kurs mehr. Nach Einschalten, zog er direkt in eine Richtung (nicht immer dieselbe!) so weg, dass ich sofort nach ca. 30° Abweichung eingriff. Frustriert gab ich nach einigen Versuchen auf. Also Menüs des Autopiloten durchsucht. Kompass kalibriert -kein Problem. Wieder versucht -keine Besserung. Dann den Menüpunkt "Kompass an GPS ausrichten" gefunden. Also auch gestartet, ein Stück gerade gelenkt und schwupps kam die Fehlermeldung: "Vorgang Fehler -ungereimte Werte"

Ich wills abkürzen: Ich habs mehrfach probiert, alles getestet, aber ad hoc keine Lösung gefunden. Der Autopilot verzieht sofort heftig, so dass an Segelsetzen oder -bergen gar nicht zu denken ist. Was für ein Glück, dass das nicht auf der Englandtour passiert ist!

Damit war nichts mit Parasailor-Premiere, sondern ein unverhofftes Problem ist aufgetaucht. Also im Hafen die Kompasseinheit kontrolliert -sieht alles in Ordnung aus. Dann alle Bauteile notiert und jetzt darf ich mich also um dieses Problem kümmern. Ein Problem mit oberster Priorität, denn als Alleinsegler ist der Autopilot mit das wichtigste Bauteil. Keine Rose ohne Dornen, kein Sommer ohne Probleme...

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