Deckslayout

BOUNDLESS ist ein Schwertboot -da ist eine Jütvorrichtung fast obligatorisch. Vorne eine V-Gabel in Edelstahl, hinten eine Mastaufnahme -das hatten wir bei Kauf mit geordert.

Standardmäßig sind auch 7er-Lewmar Winschen auf dem Kajütdach, rechts und links des Niedergangs, die als Fall- und zugleich Schotwinschen dienen. Dazu jeweils ein Satz 3er-Lewmar-Hebelstopper, vorne senkrecht am Schott jeweils eine Curryklemme für die Schot, das war schon eine gute Basis werksseits. Die Hebelklemmen haben jeweils rechts und links Zuwachs um je eine Klemme erhalten, eine weitere sitzt auf dem Bootsrand backbord für die Halsleine des Leichtwindsegels, eine zweite auf steuerbords auf dem Rand für die Reffleine der Rollreffanlage.

Das reicht aber noch nicht aus: Aktuell sind zu belegen: An Backbord: Fockfall, Dirk, Reff 2, Baumniederholer. An Steuerbord: Schwertfall, Großfall, Reff 1, Leichtwindsegelfall. Für Unterliekstrecker oder Cunningham fehlt noch eine Klemme.

Auch die Winschen haben Zuwachs bekommen. Für perfektes Leichtwindseglen mit dem Parasail ist an jeder Süllseite jeweils eine weitere Lewmar 7 montiert worden. Das Problem dabei: Die Doppelschale. An Steuerbord kein Thema, hier ist bereits werksseits ein großer Ausschnitt, in den man sogar mit dem Oberkörper hinein kommt, der mit einer Holzabdeckung abgeschlossen ist. Abschrauben, Winsch von oben mit Versteifungsunterlage von unten (bei mir Bangkirai-Gartendielenrest) verschrauben, Abdeckung wieder anschrauben, fertig. An Backbord musste erst ein passender Ausschnitt gesägt werden. Den ausgesägten Ausschnitt habe ich mit Holzleisten, die deutlich überstehen, versehen, überlackiert und wieder angeschraubt. Passt perfekt.

Auch das Achterstag bedurfte eines Tunings: Es war fest und hat dann zur Einstellung des Riggs eine Talje bekommen. Eine gebrauchte Großschot tut jetzt an einer Seite ihren Dienst und ermöglicht leichtes Einstellen des Achterstags mit kurzem Griff. Dazu die bisherige Leine gegen Dyneema getauscht und schon ist eine dauerhafte Lösung geschaffen mit perfekter Handlichkeit.

Der Motor

Vorgesehen ist die Viko 27 DS für einen Außenbordmotor (AB). Wir hatten mit dem 5 PS Mercury unserer Micro (Ricochet 18) angefangen, umgerüstet auf externe Schaltung. Das ging mit der serienmäßigen Federhebevorrichtung bis 3 Bft ganz ordentlich, aber nur mit riesigem Wendekreis. 2013 kam dann ein 9,9 PS Mercury Bigfoot, die Schubvariante mit verstärktem Getriebe für viel Kraft. Zuerst an einer Schlittenaufhängig am Heck, E-Zündung und auch Motorfernsteuerung. Aber das änderte auch


nichts am riesigen Wendekreis, der einem gerade in den kleinen Häfen Frieslands oder vor Brücken und Schleusen den Angstschweiß auf die Stirn trieb und für so manchen unnötigen Kratzer sorgte. 2015 dann die Entscheidung: Der AB kommt direkt vor das Ruder in einen Schacht in die Backskiste. Werksseitig durch das Marine Center B.V. in Lemmer ausgeführt die bis dato entscheidenste Veränderung. Jetzt dreht BOUNDLESS bei Windstille auf dem Teller, auch engste Häfen sind streßfrei zu befahren. Verlust geschätzt 0,5 kn Geschwindigkeit, aber das war es mehr als wert.

Mit E-Zündung und Fernschaltung, eingebautem Tank, Drehzahlmesser, Betriebsstundenzähler und Tankuhr steht der AB einem Innenborder vom Bedienkomfort in nichts nach. Verbrauch ca. 1-1,5 l/h. Bei ca. 4.000 U/min ca. 4,5 kn bei bis ca. 3 Bft. Durch die Schubschraube auch genug Kraft für 6 Bft gegenan. Weiterer Vorteil: Bessere Gewichtsverteilung, kein Austauchen auch bei starkem Wellengang.