Innere Werte

Polnische Boote begegnen oft dem Vorurteil, Wohnboote zu sein. Das trifft innen auch hier zu, zum Glück. Das Boot ist für uns zugleich Ferienhaus und sollte schon ein Minimum an Komfort bieten, nicht nur bei Schlechtwetter. Dazu gehört die Stehhöhe. Nicht nur am Niedergang liegen weit über 1,8 m an, auch Kochen lässt sich bequem für große Menschen.

BOUNDLESS hat eine leicht sauber zu haltende Innenschale -wichtig, um Mückenleichen spurenfrei beseitigen zu können. Zugleich gut isolierend -wir nutzen das Boot auch im Frühjahr und Herbst.

Schlafen

 Die V-Koje vorne ist ca. 2,10 lang, vorne ca. 0,55 m breit und zum Salon hin ca. 1,8 m breit. Auch für lange Menschen perfekter Schlafplatz zu zweit. Nachgerüstet haben wir hier eine erstklassige Matraze. Serienmäßig sind diese unter 8 cn dick. Auch ein Federsystem trägt zu Komfort und Hinterlüftung bei.

Das echte Fluchtluk über der Koje gibt einen prima Sternenblick beim Liegen frei.

Aufpreispflichtig war die Schiebetür zur V-Koje. Aber platzsparender geht nicht, bei kleinem Boot ideal.

Die backbordseitige Sitzbank ist ca. 2m lang und kann mit einem Einlebrett zur Koje umgebaut werden -oft genutzt, wenn Urlaub mit den Kids anstand.

Die Achterkabinenliegefläche misst 1,3 x 2 m.

 Die Fläche unter den Sitzbänken im Salon ist purer Stauraum. In Bug- und Heckkabine gibt es einlaminierte Ablagen, der Rest soll Sicherheitsauftriebszone sein.


Kombüse

Trailerbar oder L-Kombüse -die Werft hat sich für trailerbar entschieden. Durch die geringere Breite fehlt es dann auch wegen des Schwertkastens am notwendigen Platz für eine L-Kombüse. Aber der wenige Platz ist super genutzt. Wir haben uns für einen Spirituskocher mit Elektrozündung entschieden. Zweiflammig, Spülen kann man auch im Hafen oder in einer Schüssel. Das Spülbecken ist daher bewusst klein, aber tief gehalten, um Hände zu waschen, Obst/Gemüse zu säubern. Und in Fahrt passt hier der Wasserkessel perfekt seitlich hinein und kann dann nicht verrutschen.


Nach dem Kühlschrank haben wir lange gesucht, weil unter dem Herd nicht viel Höhe und zur Bordwand nicht viel Tiefe war. Denn der Spiritusherd hat ja seine beiden Brennertöpfe unter sich -unsichtbar, aber eben nach unten ragend. Diese haben zum montierten Kühlschrank ca. 2-3 cm Luft. Das reicht. Isotherm hatte auch für diese Enge eine perfekte Lösung mit seitlich anzubringendem Kompressor und voll nutzbaren 40 l ohne unsinniges Minitiefkühlfach. Hoher Nutzwert, geringer Stromverbrauch.

Auf dem Foto sieht man auch den Auslass der Wallasheizung für den Salon (schwarz). Die Löcher oben und unten in der Frontplatte dienen der Be- und Entlüftung des Kompressors.

WC-Raum

Steuerbordseits liegt direkt neben dem Niedergang der WC-Raum. Genau das ist er, nicht mehr und nicht weniger. Kein "Bad". Und weil der Platz in einem Kleinkreuzer beschränkt ist, wurde der werkseitige Schrank mit dem Miniwaschbecken an der Bordwand herausgerissen, um dort einen 54l-Fäkaltank anzubringen. Dazu ein Lavac Popular-WC für geringen Wasserverbrauch, Absaugung von Deck und das wars. Richtig. Kein Borddurchbruch für Frischwasser. Das kommt aus dem 70l-Tank aus der Backskiste. Für unsere Wochenendtörns und Jahresurlaub reicht das völlig aus. Vermeidet dann auch Geruchsbelästigungen, wie sie bei Spülwasser aus Salzwasser häufig auftreten. Und bei Winterliegeplatz im Wasser gibt es kein Seeventil, das platzen kann.

Den Tank habe ich unten mit einem Auslass versehen, der aber nirgendwo angeschlossen ist. Mit einem kleinen Gefäß darunter kann so für den Winter der Tank nach dem Abpumpen nochmal mit Essigreiniger o.ä. gespült werden. Und wenn man wollte, könnte man jederzeit einen Borddurchbruch nach unten machen, damit verbinden und bei Bedarf wo es erlaubt ist das Abwasser per Schwerkraft ablassen.

Neben dem Fäkalientank sitzt die nachgerüstete Frischwasserpumpe.


Heizung? Wallas!

Im Frühjahr ist es noch frisch, im Herbst schon wieder. Dann sind die Törns aber mit am Schönsten, weil selbst beliebte Häfen leer sind.

Nachts sind aber Temperaturen von 2-5° keine Seltenheit. Also musste eine Heizung her. Ohne Landstromabhängigkeit. Mit geringem Bordstromverbrauch. Möglichst leise. Wartungsarm. Möglichst geruchsneutral. Da wir keinen Innenborder haben, damit auch keinen Diesel an Bord, war die Wahl schnell klar. Wallas 1800 t. Leistungsmäßig groß genug. Zwei getrennte Warmluftausgänge -eine für die Achterkabine, einen für Salon und Frontkabine.


Petroleum für minimalen Geruch auch außerhalb des Bootes. Leise für Nachbarlieger. Innen hört man leise das Gebläse und etwas kräftiger den Rhytmus der Spritpumpe. Mit dem geringsten Stromverbrauch vergleichbarer Heizungen. Thermostatgeregelt. Eine perfekte Wahl, die uns zuverlässig mit wohliger Wärme versorgt.