Segel -der Antrieb jeden Segelboots

Trotz des extrem günstigen Einstiegspreises wird die Viko 27 DS bereits mit Fock und Groß geliefert, von Wawer Sails. Das Groß sogar durchgelattet. Wie bei anderen Werften auch in Dacron.

Die Segel sind sehr ordentlich. Aber das Groß hat nur eine Reffreihe. Das reicht für Schönwettersegeln, fürs Fahrtensegeln eher nicht.

Wie segelt die BOUNDLESS ?

BOUNDLESS ist schmal. BOUNDLESS ist kiellos, hat daher tief unten kein Gegengewicht. Daher springt BOUNDLESS ab 2 Bft gut an, läuft bis obere Kante 3 Bft top unter vollen Segeln, dann muss das erste Reff ins Groß. Bei Ende 4 Bft muss das zweite Reff ins Groß -das ist serienmäßig nicht vorhanden, sollte also nachgerüstet werden. Danach reduziert man ein Stück das Vorsegel nach Bedarf. Das ist immer kursabhängig. Aber BOUNDLESS reagiert stark luvgierig, wenn zu viel Fläche steht, bringt dann viel Ruderdruck auf.

BOUNDLESS vermittelt viel Spaß, weil sie wie eine große Jolle läuft. Jede Bö wird sofort in Vortrieb oder Krängung umgesetzt. Eine Hand an der Pinne, die andere an der Großschot -so will sie gesegelt werden. Aufmerksam, dem Pinnengänger direkt vermittelnd, was er macht, wie die Segel getrimmt sind. Die Pinne sollte man daher auch nicht los lassen. BOUNDLESS läuft direkt aus dem Ruder. Es sei denn, man hat einen Tiller Tamer installiert, wie wir, der dann kurzzeitig das Ruder fest setzt.

Das Schwert läuft ruhig, wenn es leicht nach achtern steht, also nicht ganz herab gelassen ist.

Hoch am Wind mag BOUNDLESS als Schwertboot gar nicht. Das hat sich mit nachgerüsteter DCX-Fock ein bißchen gebessert, ist aber nicht wirklich eine Domäne von ihr. Nach der Wende geht ein großer Teil des Winkelgewinns verloren, weil das leichte und dünne Schwert erst sehr spät wieder wirkt. Gegenan kreuzen ist somit nicht das Mittel der Wahl. Es geht, macht aber nicht wirklich Spaß.

Im Normalzustand sind bei 3-4 Bft 5,5 - 6,5 kn Geschwindigkeit realistisch. Seit dem Umbau des Motors auf Schacht in der Backskiste gehen ca. 0,5 kn verloren. Angesichts des Verwendungszwecks des Bootes, eher gemütliches Reisen denn Racing, ist das o.k., die Vorteile perfekten Manövrierens auf engstem Raum überwiegen bei weitem bei unserem aktuellen Segelgebiet Friesland und Ijsselmeer mit vielen Brücken, Schleusen und engen Häfen.

Eine neue Fock aus DCX-Laminat

 Irgendwann kommt der Zeitpunkt, da denkt man, dass da mehr geht. Wir haben das Vorsegel nie geschont und es bis maximaler Einrollgrenze bei ca. 7 Bft genutzt. Nach 5 Jahren war für uns seine Zeit gekommen. Es war zwar noch weitgehend weiß und dreieckig, aber die Form hatte doch deutlich gelitten.2015 haben wir dann bei de Vries in Lemmer eine neue Fock bestellt. Maßgeschneidert -de Vries hat hier noch einen m² mehr Fläche heraus kitzeln können. Für unsere Rollreffanlage mit Schaumstoffstreifen im Vorderliek und dunkelblauem Streifen als UV-Schutz.

Mit durchgreifendem Erfolg. Boundless läuft spürbar besser Höhe. Preislich bei der geringen Fläche ein relativ geringer Unterschied zu Dacron, funktional und optisch um Welten besser.

Logische Konsequenz: Auch das Groß aus DCX-Laminat

Nach den perfekten Erfahrungen haben wir dann 2016 auch das Groß bei de Vries geordert, ebenfalls aus DCX. Da das Laminat viel dicker faltet musste auch ein neuer Lazy-Bag her, dann natürlich auch von de Vries. Auch das Segel sieht toll aus, Passform ist perfekt, seglerisch ist allerdings der Effekt nicht wirklich spürbar, anders als beim Vorsegel.

Der Blister -Leichtwindsegel die Erste...

Mit zunehmender Erfahrung und abnehmendem Wind musste ein Leichtwindsegel her. Wir hatten davon keine Ahnung. Aber als 2013 das Angebot eines günstigen Blisters im klassischen Schnitt von Diekow als tadelloses Gebrauchtsegel kam, schlugen wir zu. Ca 30 m² war mehr Fläche, als Groß und Fock zusammen (27 m²).

Angeschlagen vorne am von Anfang an mit bestelltem Bugspriet war für ausreichend Abstand zum Vorstag gesorgt. Dort eine Rolle angeschlagen und schon lässt sich das Vorliek perfekt kontrollieren. Jederzeit.

Das Ergebnis war super. Ab knapp 2 bft lagen ca 2,5 kn an -besser als treibgut vorher. Aber BOUNDLESS ist kein Kielboot sondern rankes Schwertboot, das jede Bö sofort umsetzt. Mit Blister dann schnell so, dass die Krängung extrem zunahm. Und aufgrund des Schnittes mit doch deutlich begrenztem Windwinkelbereich. Daher schauten wir uns nach einer Alternative um.


Parasail -Evolution des Leichtwindsegels

Die BOUNDLESS ist unser erstes Segelboot, mit dem wir regelmäßig segeln. Unsere Erfahrungen sind begrenzt, gemütliches Segeln im Vordergrund und bei aller Freude, alles aus dem Boot heraus zu holen, dann doch immer im entspannt-sicheren Bereich. Nach einiger Überlegung und Erfahrungsberichten Anderer haben wir uns dann ein Parasail der gleichnamigen Firma gegönnt. Dieses Leichtwindsegel aus Gleitflugmaterial hat die Besonderheit eines Schlitzes im oberen Drittel. Dadurch kann Druck wie zum Beispiel von Böen abgeschwächt werden. Und wenn der Wind nach einer Windstille wieder aufbrist läuft das Boot sanfter an, als ohne diesen Schlitz. Der Parasail hat einen so großen Windwinkel, dass er zwei Segel ersetzt: Blister/Gennacker und Spi. Er ist also ein Kompromiss, weil er durch den Schlitz den Wind nicht maximal ausnutzt, aber für Fahrtensegler ein hervorragender Allrounder. Wir haben ihn in ca. 41 m² seit 2015 und möchten ihn nicht mehr missen.