Navigationsinstrumente

Am Anfang war das Advansea Multi S400 -die Kombianzeige für Lot und Logge und die wie üblich in das Lot integrierte Wassertemperaturanzeige. So bei Neukauf bestellt, klassisch in das Backbordschott neben dem Niedergang eingebaut. Simple, funktional. Zwei Geber sind vorne im "Motorraum" unter dem Niedergang montiert -leicht zugänglich, kurzer Weg zum Instrument.

Dann kam der Pinnenpilot. In der Raymarine Evo-Ausführung mit eigenem Farbdisplay. Und dann sollte ein passender Plotter dazu kommen. Da Instrumente heute vernetzt sind und ich nicht segle, um mich mit endlosen Anpassungsproblemen zu quälen, ist es das eS7 von Raymarine geworden.

Da kam dann die Gretchenfrage: Wo alles platzieren, um es dennoch beim Segeln von der Pinne aus noch gut und deutlich sehen und bedienen zu können?

Nach langen Überlegungen habe ich mich entschlossen, selbst über den Winter eine "Instrumentenbrücke" zu bauen. Aus Sperrholz, Streckmetall, Glasfasermatte und Epoxyspachtel. Über die gesamte Breite des Schiebeschottes. Fest auf deren Vorderkante verschraubt.

Damit habe ich das Problem geringer Entfernung perfekt gelöst -ist das Schiebeluk zu, sitzt man ca. 1 m von der Instrumentenbrücke entfernt. Ich brauchte in das Boot kein Loch zu bohren, um die Kabel witterungssicher zu führen -das Loch ist unten in der Instrumentenbrücke und geht damit senkrecht durch das Schiebeluk. Das Schiebeluk kann in 20 Minuten getauscht werden und kostet ca. 100 € neu. Damit bleiben bei späteren Änderungen keine bleibenden Schäden im Boot.

Hier der Entwurf und die fertige Ansicht.

Die Position hat sich bestens bewährt, funktioniert bei Sonne und bei Regen perfekt.

Die Technik selbst ist dann nicht so einfach zu kombinieren. Mit dem Autopiloten hat man den Grundstein für ein Netzwerk geliefert -bei Raymarine heißt das dann NMEA 2000ng. Darin wird der Plotter integriert -super. Der versteht sich also mit dem Autopiloten. Aber sinnvollerweise wollte ich dann auch Lot und Logge darüber laufen lassen. Und da setzen die Probleme an: Das geht nur, wenn ein passender Geber verwendet wird. Die montierten Geber sind dann nicht weiter verwendbar. Der Triducer von Raymarine hat aber einen eher nicht so guten Ruf. Er vereinigt auch Lotgeber und Logge in einem. Und dann hätte man noch einen Adapter gebraucht. Das wollte ich nicht. Zwei Geber gefallen mir aus dem Gedanken der Ausfallsicherheit besser. Und das Lot hat den Vorteil einer besseren Genauigkeit, weil die reflektierte Fläche doppelt so groß wie beim Triducer ist, der als all-in-one die Hälfte des ansonsten identischen Einbaudurchmessers für das Loggenschaufelrad benötigt.

Da ein direkter Anschluss der vorhandenen Geber nicht möglich war blieb nur der Umweg über das Advansea Multi S400: Das hat einen NMEA-Ausgang (ich meine NMEA 183), der direkt in den Plotter passt. Nachteil: Das Multi S400 muss montiert bleiben und angeschaltet werden, weil es als "Übersetzer" der Signale der Geber dient. Damit kann ich leben. Guter Zweitnutzen: In Holland sind Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Flüssen in km/h angegeben. Also lasse ich mir über das S400 die Logge in km/h anzeigen und auf dem Plotter und dem dazu gekauften i70 von Raymarine in den üblichen kn.

Das i70 habe ich dazu gekauft, weil es einfach von der Symmetrie passt, den optischen Gleichschluss bildet und Plotter und Anzeige vom Evo in Farbe perfekt ergänzt. Also nicht aus funktional zwingenden Gründen. Wenn ich eine Windanzeige gewollt hätte, wäre diese an diese Stelle gekommen. So sitzt der Plotter jetzt in der Mitte und die beiden Anzeigen jeweils daneben. Sieht gefällig aus und ist intuitiv handzuhaben.

 

In das System ist dann noch ein aktives AIS, das 650 von Raymarine, integriert, dass ich zum Plotter im Sonderangebot mit 50% Rabatt erwerben konnte. Unauffällig hinten in der Achterkabine rechts platziert rundet es die Funktionalität perfekt ab.

Nein, AIS ist nicht lebensnotwendig auf dem Ijsselmeer oder in Friesland. Aber gibt ein gutes Gefühl. Denn so sieht man große Pötte auch lange vor Kurven (in Friesland auf den Kanälen z.B.), und schon oft haben wir erst durch die Warnung auf dem Plotter durch genaues Suchen in bewölktem Wetter tief im Wasser liegende Frachtschiffe entdeckt. So ist Segeln noch entspannter.

 

Wo liegt der ultimative Vorteil eines herstellereigenen Netzwerksystems? Im Updateverfahren! Update mit dem PC zuhause auf eine SD-Karte laden, im Boot die SD in den Plotter, alle Geräte im Netzwerk starten, Updates auswählen und alle Geräte werden in einem Rutsch aktualisiert. Das ist ein angenehmer Mehrwert, insbesondere wenn man sich mit Technik eigentlich nicht auch noch in der Freizeit beschäftigen will.